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Sony schmeißt viertgrößten Publisher komplett aus PlayStation-Store

Sony greift im PlayStation Store offenbar durch und entfernt über 1000 Titel eines einzigen Publishers. Der Anbieter aus Deutschland war bekannt für sogenannte Shovelware, die Nutzern in kürzester Zeit das Verdienen von Platin-Trophäen ermöglichte.
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Massive Löschung im PlayStation Store

Sony hat eine umfassende Bereinigung im PlayStation Store vorgenommen und dabei anscheinend das gesamte Portfolio des deutschen Publishers ThiGames entfernt. Seit Kurzem sind die Titel des Unternehmens nicht mehr auf den digitalen Verkaufsplattformen für die PlayStation 4 und PlayStation 5 auffindbar. Diese drastische Maßnahme richtet sich gegen das wachsende Problem der sogenannten Shovelware. Dabei handelt es sich um Software, die mit minimalem Entwicklungsaufwand produziert wird, um den Markt zu fluten und schnelle Umsätze zu generieren.

Der Schritt kommt durchaus überraschend, da ThiGames gemessen an der reinen Anzahl der veröffentlichten Produkte bis zu diesem Schritt der viertgrößte Publisher im PlayStation Store war. Bei den nun entfernten Inhalten handelt es sich primär um Spiele, die weniger durch Gameplay überzeugen, sondern darauf ausgelegt sind, Spielern in kürzester Zeit begehrte Platin-Trophäen zu verschaffen. Offizielle Stellungnahmen von Sony oder dem betroffenen Publisher zu den genauen Hintergründen der Löschung liegen bisher nicht vor.


Geschäftsmodell mit schnellen Trophäen

Die Entfernung der Spiele war als erstes Nutzer RobThanatos auf X (via Eurogamer) aufgefallen. Die besagten Titel folgten oft einem extrem simplen Muster: Der Spieler muss lediglich eine einzige Taste wiederholt drücken oder gedrückt halten, um innerhalb weniger Minuten eine Platin-Trophäe freizuschalten. Titel wie "The Jumping Burger" oder "The Jumping Taco" wurden oft für wenige Cent angeboten und verfügten teilweise über "Turbo"-Editionen, die den Vorgang auf unter 90 Sekunden verkürzten.

Obwohl die spielerische Tiefe dieser Titel gegen Null tendiert, war das Geschäftsmodell finanziell offenbar äußerst lukrativ. Schätzungen zufolge könnte der Publisher mit Sitz in Nürnberg mit diesem Ansatz bis zu 10 Millionen US-Dollar (etwa 8,6 Millionen Euro) Umsatz generiert haben. Die enorme Zahl von über 1000 Spielen kam dabei durch verschiedene regionale Versionen zustande. Real dürfte es sich um etwa 150 einzigartige Titel handeln, die durch separate Listen für Europa, Nordamerika und Asien mehrfach veröffentlicht wurden, um Trophäenjägern den mehrfachen Erwerb derselben Platin-Auszeichnung zu ermöglichen.

Qualität statt Quantität

Die Entfernung von ThiGames ist kein Einzelfall, sondern fügt sich in eine Strategie ein, die Sony bereits vor einiger Zeit angedeutet hat. Schon im vergangenen Jahr ging der Konzern gegen den Publisher RandomSpin vor, dessen Portfolio ebenfalls aus dem Store verbannt wurde nachdem die Kritik an Shovelware-Spielen in der Community seit Längerem wächst.

Obwohl andere Publisher mit ähnlichen Geschäftsmodellen aktuell noch im Store vertreten sind, deutet das Vorgehen gegen einen der größten Anbieter dieser Nische auf ein strengeres Durchgreifen der Japaner hin. Es bleibt abzuwarten, ob Sony diese harte Gangart beibehält oder ob Publisher neue Wege finden, die Qualitätskontrollen durch minimale Variationen erneut zu umgehen.

Sony scheint hier ernst zu machen, aber reicht das Löschen eines Anbieters aus, um den Store dauerhaft sauber zu halten? Findet ihr solche Aufräumaktionen gut oder sollte jeder selbst entscheiden dürfen, was er kauft? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Sony löscht über 1000 Titel des deutschen Publishers ThiGames aus PlayStation Store
  • Die gelöschten Spiele waren bekannt für schnelles Freischalten von Trophäen
  • ThiGames war mit seinem Portfolio der viertgrößte Publisher im PS-Store
  • Die betroffenen Titel boten kaum Gameplay und kosteten nur wenige Cent
  • Der Nürnberger Publisher könnte so Millionen Euro Umsatz erzielt haben
  • Sony ging bereits im vergangenen Jahr gegen ähnliche Anbieter vor
  • Die Aktion ist Teil einer strengeren Qualitätskontrolle im PlayStation Store

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